Stolpersteine – gegen das Vergessen

Stolpersteine im Pfarrverband Euskirchen-Erftmühlenbach

StolpersteineDer Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Bürgersteig einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in über 300 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas, Auch in Euskirchen wurden bereits zahlreiche Stolpersteine verlegt.
„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE… Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.

Schon viermal war Gunter Demnig in Euskirchen und Flamersheim, um dort Stolpersteine zu verlegen. In Flamersheim wurden im Jahr 2009 an vier Stellen Steine für die im Holocaust ermordeten jüdischen Mitbewohner gelegt. In Großbüllesheim, Kuchenheim und Kirchheim liegen bisher noch keine Stolpersteine, doch wurde der Wunsch von mehreren Bürgerinnen und Bürgern geäußert.

In Kirchheim lebten die Familien Daniel und Ulmer in der Kirchheimer Straße. Als im Jahr 1941 die jüdischen Bewohner Kirchheims ihre Häuser zu verlassen hatten, lebte in der heutigen Kircheimer Str. 2b Henriette Daniel mit ihrer 1930 geborenen Tochter Charlotte. Beide suchten Unterschlupf bei der Familie des Bruders in Bonn, wurden jedoch dort kurze Zeit später in das Kloster „Zur ewigen Anbetung“ in Bonn-Endenich umgesiedelt, am 20.07.1942 von dort über den Bahnhof Köln-Deutz nach Minsk deportiert und in der Tötungsanstalt Maly Trostinec ermordet.
Die Witwe Carolina Ulmer (Jg. 1867) und ihre beiden Töchter Frieda (Jg. 1891) und Therese (Jg. 1893) verließen Anfang Juni 1941 ihr kleines Fachwerkhaus auf der heutigen Arloffer Str. 32 mit wenigen Habseligkeiten, um zu Fuß nach Arloff zu gehen. Von dort aus wurden sie, wie angeordnet, ins „Judenhaus“ nach Zülpich-Sinzenich gebracht. Ihr weiteres Schicksal ist ungeklärt. Sie wurden für tot erklärt.

Paten gesucht

Für 120,- € kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteins übernehmen.

Wenn Sie Pate für einen Stolperstein werden möchten, dann wenden Sie sich bitte an die MitarbeiterInnen des Stadtarchivs Euskirchen.
Tel: 02251 14 361 (Dr. Gabriele Rünger) oder per Mail gruenger@euskirchen.de
Tel: 02251 14 437 (Sabine Dünnwald) oder per Mail sduennwald@euskirchen.de
Tel: 02251 14 423 (Jaqueline Dartenne) per mail an jdartenne@euskirchen.de.
Die Organisation (Terminierung, Information der Bewohner, Genehmigungen durch das Tiefbauamt etc.) und weitere Informationen über die jüdische Bevölkerung in Kirchheim, Kuchenheim und Großbüllesheim erhalten Sie im Stadtarchiv.

TEXT: Dr. Gabriele Rünger

Die Verlegung der Steine ist für den 11.März 2016 geplant. (Die Uhrzeit wird noch bekannt gegeben)
Wer noch Fotos von den Wohnstätten oder den Personen hat (altes Klassenfoto z.B.), wendet sich bitte ebenfalls an Frau Dr. Rünger vom Stadtarchiv.